Dolomit - der Rohstoff




Dolomitstein

Dolomit ist ein carbonatisches Calcium-Magnesiummineral, CaMg(CO3)2, und ist gesteinsbildend im gleichnamigen Gestein, in dolomitischem Kalkstein und in verschiedenen Sedimentgesteinen. Kommt neben Ankerit, CaFe(CO3)2, häufig als hydrothermale Gangart vor.

Seine Farbe kann von weiß, grau, gelblich bis rotbraun reichen. Rotbraune Farbe deuten auf eine starke Verwitterung hin.

Sein Mineralbestand ist Calcit und daneben detrisches Material, feinkörnig

Primär-Dolomit

a) Entstehung durch chemische Ausfällung aus dem Meerwasser, chemisch sehr rein, fein- bis mikrokristallin

 

b) syngenetische oder diagenetische Entstehung durch Metasomatose aus Kalkschlamm, Gesteine meist gleichmäßig feinkörnig

Sekundär-Dolomit

Entstehung epigenetisch, bilden unregelmäßig geformte Körper im Kalkstein

Primär-Dolomit ist vermutlich in lagunären Bereichen gebildet worden. Hierzu trugen freischwimmende Mikroorganismen und Kalkschwämme, verschiedene chemische Vorgänge, sowie Riffbänke bei.

Seinen Namen verdankt Dolomit seinem Entdecker, dem Franzosen D. de Gratet de Dolomieu im 18. Jahrhundert

Dolomit

größer 50 Gew.-% CaMg(CO3)2

dolomitischer Kalk

10-50 % Dolomit bzw. 50-90 % Kalk, Kalk unvollständig dolomitisiert

Kalkhaltiger Dolomit

10-50 % Kalk bzw. 50-90 % Dolomit, Kalk deutlich sichtbar

magnesiumhaltiger Dolomit

> 20 % MgO bzw. > 42 % MgCO3

reiner Dolomit

theoretisch 45,7 % MgCO3, (mind. 40 % MgCO3 bzw. 20 % MgO) und 54,3 % CaCO3 oder in der Summe mind. 97 % MgCO3 und CaCO3, max. 2 % SiO2 ,

magnesiumhaltiger Kalk

mind. 90 %Kalk und nicht mehr als 10 % Dolomit.

Beste Qualitäten haben ein molares Verhältnis von CaO : MgO = 1:1. Ein guter Dolomit sollte mind. 20 % MgO aufweisen. Seine Nebenbestandteile sollten im 0,1 Bereich liegen, Calcit ist nur in geringen Mengen mit weniger als 1 %, enthalten.

Kristallstruktur:

trigonal, Spaltbarkeit nach Rhomboeder

Härte nach Mohs:

3,5 - 4

Kornrohdichte:

2,68 - 2,86 g/cm3

Elastizitätsmodul:

32 - 100 * 103 MN/m2

Druckfestigkeit:

50 - 175 MN/m2

Spaltzugfestigkeit:

2 - 17,5 MN/m2

Biegefestigkeit:

3,5 - 30 MN/m2

Schlagfestigkeit:

1,5 - 4,5 MN*m/m3

Löslichkeitsprodukt:

K = 10-7 bei 25 °C

pH-Wert:

10 - 10,5

höhere Witterungsbeständigkeit als Kalk, reagiert mit Säure weniger als Kalk

Thermische Dissotiation:

zweistufig bei ca. 850 °C zu CaCO3 * MgO und bei ca. 980 °C zu CaO * MgO

  • Baustoffindustrie: Zuschlagsstoff für Mineralbeton, Füller in Bitumen und Beton, Strukturmaterial und Füller in Putz, Wegebaumaterial, Zementrohstoff
  • Landwirtschaft: Düngemittel, Futtermittel
  • Metallurgie: Magnesiumherstellung, Stahlindustrie
  • Glasherstellung, Keramik und Porzellan
  • Füllstoff für Farben, Lacke und Kunststoffe, in gefällter Form auch für die Papierindustrie
  • Rohstoff für die chemische Industrie
  • Neutralisation
  • Aufbereitung von Trinkwasser und Abwasser
  • Rauchgasentschwefelung

Dolomit ist relativ häufig zu finden. Hochwertige und homogene Dolomite mit niedrigem Gehalt an Nebenbestandteilen sind seltener. Ein Vorkommen liegt unter anderem in den Berchtesgadener Alpen. Dieses Dolomitvorkommen wird durch die Firma Schöndorfer seit den 50er Jahren auf einer Seehöhe von etwa 600 Hm bis 900 Hm abgebaut. Seine hohe Homogenität, sowie seine geringen Nebenbestandteile, insbesondere der niedrige Fe-Gehalt ist einzigartig in Deutschland. Der gebankte Dolomit  ist homogen und praktisch frei von Verwitterungsschäden. Dieser Dolomit ist vor allem für die Glasindustrie geeignet. Zudem ist das Vorkommen nahezu einzigartig in Deutschland wegen seiner Reinheit. Die geologische Bezeichnung des Dolomites in diesem Raum ist "Ramsaudolomit". Er ist grauweiß bis hellweiß. Die mineralogische Zusammensetzung weist 99,2 % Dolomit und einen minimalen Calcit Anteil auf. 

Die Berchtegadener Alpen bilden wie die Alpen ein Falten- und Deckengebirge, dessen sedimentäre und tektonische Anlage im Bereich der Tethys vom Perm bis heute während der Alpidischen Ära der plattentektonischen Entwicklung der Erde folgte.

Als sich Pangäa Zerdehnte, erfolgte Bruchspaltenbildung und Absenkungen der Kontinentalkruste.Dies ermöglichte das Eindringen der Tethys (Meeresarm), und das Verbinden mit dem Germanischen Meer. Dies war die Grundvoraussetzung zur Bildung der Kalke, Dolomite  und Salzstöcke, welche im Berchtesgadener Land häufig vorkommen. Im Perm-Trias entstanden in den schwankenden Meeresspiegel, vor allem in den Flachwasserlagunen entstanden Hauptdolomit und Wettersteinkalk. Durch Bewegungen der tektonischen Platten, wurden die Alpen aufgeschoben. Während der Permotrias vor ca. 240-250 Mil. Jahren entstanden in den abflußlosen Wannen und Lagunen, die für das Berchtesgadener Land bekannten typischen Salzstöcke in Form eines Haselgebirges. Deren Mächtigkeiten sind bis zu 1000 m im Durchmesser. Die Salzvorkommen treten als natürliche Solequellen zu Tage oder werden künstlich ausgesolt. Die Sole wird heute vorrangig in Berchtesgaden gewonnen und in Bad Reichenhall zur Erzeugung von Salz, bzw. für Kuren genutzt. In diese Zeit, etwa im Ladin ca. 235 Mil. Jahren entstand die Schichte des Ramsaudolomites, während der Hauptdolomit etwa vor 215 Mil. Jahren entstand.

gries1.jpg (11590 Byte)In den Berchtesgadener Alpen herrscht Dachsteinkalk vor. Die Gebirgsstöcke des Steinernen Meeres, Watzmann, Hochkaltergebiet sowie Reiter Alpe bestehen überwiegend aus Dachsteinkalk. Etwa in der Nor also vor ca. 210 Mil. Jahren entstanden diese Schichten. Das Wimbachgries wird von den Flanken des Hochkalters, sowie des Watzmanns eingerahmt. Deren untere Flanken bestehen aus Karnisch-norischen Dolomit, sowie aus Ramsaudolomit. Ebenso bestehen die Südausläufer der Reiteralpe im Gebiet des Stadelhornes an den Flanken aus Ramsaudolomit. Vereinzelt kann man auch Hallstätter Kalke und Dolomite vorfinden. Dogger und Kieselkalke, sowie andere Kalkarten treten nur unbedeutend auf.

 

Ramsaudolomit

auf den Berchtesgadener Raum begrenzt, mineralogische Zusammensetzung weist 99,2 % Dolomit.pH Wert zw. 10,1 und 10,3. Rohdichte zw. 2,85 und 2,95 g/cm³. Älter als Hauptdolomit. Meist durch tektonische Beanspruchung brecciert. Bildet brüchige, schroffige Felswände. Eines der Hauptschuttbildner des BGL

Wettersteindolomit

auf Wetterstein- Karwendelgebirge begrenzt. Klüftig. Bedeutung gering. Abbaustellen werden praktisch nicht betrieben.

Hauptdolomit

eines der Hauptgesteine der bayrischen-tirolischen Alpen. Zerklüftet. Einer der wichtigsten Gipfelbildner aber auch der bedeutendste Schuttbildner, ähnlich Ramsaudolomit. Neigt zum Zerfall. CaO 31 %, MgO 21,5 %. Vorwiegend für Strassenbaumaterial verwendet. Dunkelgrau bis gelbbraun. Dünnbankig und teilweise bituminös. Oberer Hauptdolomit mittelstark gebankt hellocker bis gelblich anwitternd.

Zechsteindolomit

vor allem Spessart. Mächtigkeiten 5 m - 20 m. Dunkelgrau und bituminös. Grau bis braun. CaO 30,5 %, MgO 18,6 %, Fe2O3 1,8 %, Werte stark schwankend. Für Kalkbrennerei.

Bronner Plattendolomit

dolomitische bis dolomitisierte Gesteine. nördliche Frankenalb. Mächtigkeit 0-20 m. Hellgrau bis beigefarben. CaO 31,5 - 33 %, MgO 18,4 - 20,6 %. Homogene Zusammensetzung.

Frankendolomit

dolomitisierte Massenkalke. Altmühltal bis Frankenalb. Mächtigkeiten bis zu 100 m, teilweise bis 250 m. Blaugrau, beige, bräunlich. CaO 31,4 %, MgO 20 %.

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